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Die Wanderung im Detail
Eine sehr schöne, am zweiten Tag etwas Kondition erfordernde Tour für den
trittsicheren und erfahrenen Bergwanderer ist die Begehung des Dreitörlweges in
den Lienzer Dolomiten. Idealerweise nimmt man sich für diese Tour
3 Tage Zeit, um die "Unholde" auch in vollen Zügen genießen zu können.
Einen guten Ausgangspunkt für diese Tour stellt der
Bahnhof in Nikolsdorf dar, da man dort eine
gute Parkmöglichkeit findet und diesen Bahnhof am Ende der Tour mit dem Zug aus Richtung Lienz wieder
direkt erreichen kann.
Tag 1 - der Aufstieg
Am ersten Tag hat man zirka 1100 Höhenmeter zu überwinden,
um das Hochstadelhaus auf 1780 m zu erreichen.
Es gibt zwei Wege zur Hütte, der interessantere und hier beschriebene Weg führt über den sogenannten
"Zabarotsteig" - oder auch "Leitersteig" -
und ist von Beginn an recht steil. Nach etwa der Hälfte der Strecke wird einem dann auch klar,
warum der Steig den Beinamen "Leitersteig" trägt:
von nun an führen zahllose Holzleitern immer wieder nahezu senkrecht über den Fels.
Den Leitern mag man nicht immer zu 100 Prozent vertrauen, zumindest zum Zeitpunkt unserer Tour im September
2004 waren sie teilweise schon auch etwas morsch und so manches Geländer wakelig oder gebrochen.
In der letzten der etwa drei Stunden zur Hütte wird der Weg dann flacher.
Er führt zuerst durchwegs durch den Wald bis man dann kurz vor dem Ziel die Unholdenalm
erreicht, auf der mehrere, private Hütten stehen. Der Ausblick auf die ersten, schroffen Felszacken lässt
das Herz höher schlagen und man marschiert so beschleunigten Schrittes bis zu Unterkunft,
dem einmalig gelegenen Hochstadelhaus mit Blick ins Drautal.
Tag 2 - die Kür
Nach der Pflicht kommt die Kür. Nach dem Aufstieg am ersten Tag folgt der etwa 8 stündige Marsch zur
Karlsbader Hütte - vorausgesetzt, man nimmt den Gipfel zum Hochstadel mit,
ansonsten muss man mit zirka 5 1/2 Stunden
rechnen. Die etwas mehr als 2 Stunden Umweg sind aber mehr als lohnenswert, denn der
Ausblick vom Gipfel über das gesamte Drautal sowie über zahlreiche Gipfel der Dolomiten
und andere umliegende Gebirgsregionen, ist mehr als überwältigend.
Aber alles der Reihe nach. Man verlässt das Hochstadelhaus, quert die Unholdenalm und kommt nach 5 Minuten
zu einer Weggabelung, an der man bereits die Entscheidung treffen muss, ob man den 2681m hohen
Hochstadel mitnehmen will oder nicht. Wer es sich konditionell zutraut, sollte
den Gipfel aber keinesfalls auslassen, denn der bereits oben beschriebene Tiefblick ins Drautal,
die Glocknergruppe, die Venedigergruppe - um nur einige zu nennen: genial ist noch untertrieben.
Beim Abstieg über die Südseite zurück in Richtung Dreitörlweg sind
teilweise kurze, seilgesicherte Passagen zu überwinden. Für
geübte und trittsichere Bergwanderer aber kein Problem. Nach den etwa 400m Abstieg
erreicht man wieder den Dreitörlweg, dem man rechts folgt.
Von nun an geht es nach einem kürzeren, entspannenden Stück über einen breiten Grat
dann von einem Törl zum nächsten - immer
steil bergab und wieder bergauf. Namentlich sind das das Baumgartentörl,
das Kühleitentörl und das Laserztörl. Letzteres
fordert noch einmal die Kondition des Wanderers,
da hier noch einmal 500 Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür wird man mit
herrlichen Blicken zurück belohnt, zurück zum bereits bewältigten Gipfel des
Hochstadel und den bereits überwundenen Weg durch die beiden anderen Törl. Und wenn man dann
nach nahezu acht Stunden das Laserztötl erreicht und den
ersten Blick auf die Karlsbader Hütte mit dem vorgelagerten Laserzsee
werfen kann, dann sind alle Strapazen und die eventuell schon etwas schwer gewordenen Beine ganz schnell
wieder vergessen. Noch etwas mehr als 200 Höhenmeter Abstieg sind von diesem Punkt
noch zu bewältigen, bevor man wohlverdient die überhitzten Füße in den kalten Laserzsee stellen kann.
Tag 3 - der Abstieg
Für den Abstieg zum Triestacher See über die Dolomitenhütte
hat man mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. So kann man den gemütlichen Weg
immer in der Nähe der Forststraße nehmen oder aber über den
sogenannten Rudl-Eller-Steig durch die Laserzwand nehmen. Von der
Dolomitenhütte führt dann montags und dienstags (Stand 2004) ein Bus direkt nach Lienz,
an den anderen Tagen geht man zu Fuß noch etwa 2 Stunden
und ungefähr weitere 800 Höhenmeter bis zum Triestacher See, von wo dann ein
Bus nach Lienz führt. In Lienz steigt man dann in den Zug
(Abfahrtszeiten beachten - der geht relativ selten) und fährt zurück zum Ausgangspunkt -
den Bahnhof in Nikolsdorf.
Alternativroute
Wer die Wanderung abkürzen will, kann am 2. Tag am Kar zwischen Baumgartentörl und Kühleitentörl in
Richtung Lavanter Alm (1862m) abbiegen. Von dort geht es dann auf einem schönen Steig entlang des
Frauenbaches hinab ins Tal - die Hochstadel Nordwand ständig im Blick. Vom Bundesheerschießplatz
führt dann der Schattenseitenweg direkt zurück zum Bahnhof Nikolsdorf. Gehzeit ca. 4 Stunden.
Vielen Dank an Kurt für diese Info!
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